Lebenderkennung
Die Lebenderkennung ist eine Technologie, die überprüft, ob eine Person bei einer Identitätsfernprüfung physisch anwesend ist. Sie unterscheidet einen echten Menschen von einem Betrugsversuch mittels Foto, Video oder Maske.
Die Lebenderkennung (Liveness Detection) bildet einen wesentlichen Schutzwall gegen Präsentationsangriffe in digitalen Identitätsprüfungsverfahren. Ohne diese Sicherheitsschicht könnte ein Betrüger das Foto einer anderen Person, ein voraufgezeichnetes Video oder sogar eine 3D-Maske verwenden, um eine Identität zu stehlen.
Es werden zwei Stufen der Lebenderkennung unterschieden: passive und aktive Erkennung. Die passive Erkennung analysiert die Bildeigenschaften im Hintergrund (Hauttexturen, Reflexionen, Tiefe), ohne eine Aktion des Benutzers zu erfordern. Die aktive Erkennung fordert den Benutzer auf, bestimmte Gesten auszuführen, wie den Kopf zu drehen, zu blinzeln oder zu lächeln, um seine physische Anwesenheit zu beweisen.
Die ISO-Norm 30107 definiert die Anforderungen an die Erkennung von Präsentationsangriffen (PAD). Von iBeta oder FIDO zertifizierte Lösungen erreichen Erkennungsraten von über 99,5 % und gewährleisten ein Sicherheitsniveau, das mit den strengsten regulatorischen Anforderungen vereinbar ist.
Vorschriften
Praxisbeispiele
- 1.Bei der Online-Beantragung einer Lebensversicherung wird der Kunde aufgefordert, seinen Kopf vor der Kamera von links nach rechts zu drehen, um zu beweisen, dass er kein einfaches Foto vorhält.
- 2.Eine Online-Kreditplattform nutzt passive Lebenderkennung, um automatisch Mikrotexturen der Haut und Augenreflexe zu analysieren und einen Betrugsversuch mittels eines vor die Kamera gehaltenen Smartphone-Bildschirms zu erkennen.
- 3.Ein Notar, der eine Fernauthentifizierung durchführt, überprüft die physische Anwesenheit des Unterzeichners durch einen zertifizierten Lebendtest vor der Unterzeichnung einer elektronischen Urkunde.