Identitätsprüfung
Die Identitätsprüfung ist der Prozess, bei dem bestätigt wird, dass eine Person tatsächlich diejenige ist, die sie vorgibt zu sein. Sie basiert auf der Analyse amtlicher Dokumente, biometrischer Daten oder persönlicher Informationen zur Feststellung der Echtheit einer Identität.
Die Identitätsprüfung bildet das Fundament jedes KYC-Compliance-Verfahrens (Know Your Customer). Sie erfolgt bei der Aufnahme von Geschäftsbeziehungen, bei sensiblen Transaktionen oder wenn Zweifel an der Identität eines Kunden bestehen. Die Methoden reichen von der manuellen Dokumentenprüfung bis hin zu automatisierten Lösungen mit künstlicher Intelligenz.
Moderne Technologien zur Identitätsprüfung kombinieren mehrere Kontrollebenen: automatische Datenextraktion aus Dokumenten (OCR), Überprüfung der Sicherheitsmerkmale des Dokuments, Gesichtsabgleich zwischen dem Inhaber und dem Dokumentfoto sowie Lebenderkennung zur Verhinderung von Betrugsversuchen mit Fotos oder Videos.
Im europäischen Rechtsrahmen wird die Identitätsfernprüfung durch die eIDAS-Verordnung und die Geldwäscherichtlinien (AMLD) geregelt. Verpflichtete Unternehmen müssen Prüfmaßnahmen implementieren, die dem festgestellten Risikoniveau angemessen sind.
Vorschriften
Praxisbeispiele
- 1.Eine Online-Bank überprüft die Identität eines neuen Kunden, indem sie ihn auffordert, seinen Personalausweis zu fotografieren und ein Video-Selfie aufzunehmen, um zu bestätigen, dass der Antragsteller der Dokumenteninhaber ist.
- 2.Eine Anwaltskanzlei nutzt eine Lösung zur Fernidentitätsprüfung, um Mandanten vor der Aufnahme einer Geschäftsbeziehung zu authentifizieren und die aufsichtsrechtlichen Anforderungen zur Geldwäscheprävention zu erfüllen.
- 3.Ein Leasingunternehmen überprüft automatisch die Identität des Geschäftsführers eines Unternehmens vor der Kreditvergabe, indem es die Passdaten mit amtlichen Datenbanken abgleicht.