Know Your Customer
KYC (Know Your Customer) bezeichnet die Gesamtheit der regulatorischen Verfahren, mit denen ein Unternehmen die Identität seiner Kunden überprüft. Diese Prüfungen sind für Finanzinstitute und regulierte Berufe verpflichtend, um Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu verhindern.
Der KYC-Prozess bildet das Fundament der regulatorischen Compliance im Finanzsektor. Er umfasst die Erhebung und Überprüfung amtlicher Identitätsdokumente (Personalausweis, Reisepass, Meldebestätigung), die Bewertung des Risikoprofils des Kunden und das Verständnis der Art seiner wirtschaftlichen Tätigkeiten. In Deutschland werden diese Pflichten durch das Geldwäschegesetz (GwG) geregelt und von der BaFin beaufsichtigt.
KYC beschränkt sich nicht auf die Aufnahme der Geschäftsbeziehung. Es handelt sich um einen fortlaufenden Prozess, der die regelmäßige Aktualisierung der Kundeninformationen, die Überwachung von Transaktionen und die Erkennung verdächtiger Aktivitäten umfasst. Verpflichtete Unternehmen müssen die Intensität ihrer Überprüfungen an das identifizierte Risikoniveau anpassen, gemäß dem risikobasierten Ansatz der FATF.
Die Automatisierung des KYC-Prozesses durch künstliche Intelligenz und optische Zeichenerkennung (OCR) ermöglicht heute eine erhebliche Verkürzung der Bearbeitungszeiten bei gleichzeitiger Verbesserung der Kontrollzuverlässigkeit. Dokumentenverifikationslösungen wie CheckFile.ai können die Echtheit von Ausweisdokumenten in Echtzeit validieren und relevante Daten automatisch extrahieren.
Vorschriften
Praxisbeispiele
- 1.Eine Bank verlangt von einem Neukunden einen Personalausweis, eine Meldebestätigung und einen Einkommensnachweis vor der Eröffnung eines Girokontos.
- 2.Ein Versicherungsmakler überprüft den wirtschaftlich Berechtigten eines Unternehmens vor dem Abschluss einer Lebensversicherung über 150.000 €.
- 3.Eine Crowdfunding-Plattform nutzt automatisierte Dokumentenprüfung zur Identitätsverifizierung jedes Investors bei der Registrierung.